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August Sander, Zirkusartistin, 1926‒1932 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln, VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy Galerie Johannes Faber
Untitled (Verena Dengler 2), Hanna Putz, 2017

 

AUGUST SANDER

PORTRÄT EINER GESELLSCHAFT

24.03.–20.05.2018

„Wer blickt, wird rasch belehrt werden, besser als durch Vorträge und Theorien, durch diese klaren, schlagkräftigen Bilder und wird von den anderen und von sich erfahren.“
Alfred Döblin im Vorwort zu Antlitz der Zeit, 1929

Mit August Sander (1876–1964) widmet sich WestLicht einem herausragenden Klassiker der Fotografiegeschichte und wegweisenden Vertreter der Neuen Sachlichkeit, dessen Einfluss als Pionier einer dokumentarisch-konzeptuellen Fotografie bis heute ungebrochen ist.

Im Fokus der Ausstellung steht der epochale Porträtzyklus Menschen des 20. Jahrhunderts, den Sander um 1924 entwickelte und in einer ersten Fassung unter dem Titel Antlitz der Zeit publizierte. Sein Konzept einer fotografischen Gesellschaftsanalyse mittels vergleichender und unmittelbarer Beobachtung zielte auf ein umfassendes Sozialporträt der Weimarer Republik. Eingeteilt in sieben Gruppen, stellt der Bilderatlas Vertreter_innen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen nebeneinander. Charakteristische Merkmale in Haltung, Gestik und Kleidung verdichten sich so zu einer Reflexion des Individuellen in Beziehung zum Typischen und des Verhältnisses von Mensch und Gemeinschaft.

Sander hat sein Mappenwerk als physiognomisches Zeitbild und Bekenntnis zur Fotografie als Weltsprache während seines gesamten Schaffens immer wieder bearbeitet. Bei der Präsentation im WestLicht handelt es sich um ein Reenactment und die österreichische Uraufführung einer Ausstellung, die der Fotograf 1963, im Jahr vor seinem Tod, noch selbst konzipiert hatte.

Das Buch zur Ausstellung hier>>

HANNA PUTZ

PORTRÄTS NACH S.

Parallel zu August Sander zeigt WestLicht in der oberen Galerie die Ausstellung Porträts nach S. von Hanna Putz. Die in Wien und Berlin lebende Künstlerin wurde eingeladen, den Raum mit einer Auswahl ihrer Porträts zu gestalten. Die Bilder zeigen vor allem Frauen ihrer Generation – darunter Freunde aus dem Umfeld der Fotografin, Protagonistinnen der österreichischen Kunstszene oder Sportlerinnen, die Putz über einen längeren Zeitraum begleitete.

Erscheint in Sanders Kompositionen trotz der sozialen Verwerfungen der 1920er-Jahre die Verbindung von Mensch und Stand noch als stabiles Fundament, dokumentiert Hanna Putz das mittlerweile freigesetzte Individuum mit radikalen Schnitten und gekippten Bildachsen. In ihrer charakteristischen – kraftvoll leisen – Bildsprache formuliert die Fotografin eine zeitgenössische, weibliche Perspektive auf Sanders Werk und daran anschließende konzeptuelle und gesellschaftliche Aspekte.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung hier>>

Fotos der Eröffnungsfeier hier>>

Video zur August Sander Ausstellung hier>>
Video zur Hanna Putz Ausstellung hier>>