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Megan Lewis. CONVERSATIONS WITH THE MOB 

31.03.2009 - 31.05.2009

Megan Lewis leistet mit ihrer Arbeit Conversations with the Mob einen wichtigen und vor allem auch nach wie vor aktuellen Beitrag zur Geschichte Australiens und der Auseinandersetzung mit den australischen Ureinwohnern. Westlicht – Schauplatz für Fotografie präsentiert dieses ausdrucksstarke und erzählerische Werk vom 31. März bis 31. Mai erstmals außerhalb Australiens. 

Die gebürtige Neuseeländerin geht auf Einladung der Martu – Aboriginals aus der Region Western Desert – im Juli 2002 für fünf Jahre in die Great Sandy Wüste, um das Leben der australischen Ureinwohner zu dokumentieren. Als Ergebnis dieser privilegierten Erfahrung präsentiert sie ihre Arbeit Conversations with the Mob, welche 2005 mit dem Walkley Award und den Photographers Choice Awards ausgezeichnet wurde.

Megan Lewis reflektiert den Alltag und die Probleme der australischen Aboriginals aus einer ganz speziellen Sichtweise. Die zunächst eher distanzierte Beziehung zwischen der Neuseeländerin und den australischen Ureinwohnern ändert sich, als aufgrund einer Vision von Lewis zwei vermisste Mitglieder der Martu-Gemeinschaft gefunden werden können. Seit diesem Vorfall ist sie nicht mehr die „außenstehende“ Fotojournalistin, sondern ein Mitglied der Gemeinschaft und darüber hinaus eine Frau mit spirituellen Fähigkeiten. Das besondere Verhältnis, welches sich zwischen den Martu und Megan Lewis etablieren konnte, kommt in ihrer tiefgründigen Arbeit ebenso zum Ausdruck, wie das Pendeln der Ureinwohner zwischen der „alten“ Welt der Tradition und der „neuen“ Welt der Weißen. Sie tritt dabei in einen Dialog mit den Martu und lässt ihre Fotografien und die Gedanken der Gemeinschaft zu den verschiedensten Themen wie Alkohol und Trauer, Humor und Football, Beziehungen, Gesundheit, spirituelle Kräfte usw. zueinander sprechen. So reflektiert sie einfühlsam das Leben der Menschen und versucht mitdifferenziertem Blick einen Brückenschlag zwischen beiden Kulturen.

Die Zahl der Martu beträgt rund 850 Mitglieder, wobei sie sich auf vier Gemeinschaften in einer Wüstengegend von 136,000 km² verteilen. Sie sind eine der letzten Gruppen australischen Ureinwohner, die mit den Weißen in Kontakt kamen. Die letzte Martu-Familie wurde in den 1960er Jahren aus ihrem traditionellen Nomadenleben gerissen und erst in den 1980ern kehrten sie wieder langsam in ihre angestammten Lebensräume zurück. Jene Martu-Gemeinschaft, bei der sich Megan Lewis aufhielt, hat ihren Stammsitz in Parnngurr, bekannt auch als Cotton Creek. Die Infrastruktur des Ortes besteht aus einer Schule, einer Verwaltungsstelle, einer Klinik, einem Lebensmittelgeschäft und 28 mit Blech verkleideten, nicht isolierten Häusern. Im Schnitt leben in Parnngurr 150 Personen, doch aufgrund ihrer nomadischen Lebensweise variiert die Einwohnerzahl sehr stark - von einer Person bis zu 500.


BITTE BEACHTEN SIE: Am 22. und 23. Mai 2009 ist die Ausstellung aufgrund der 15. WestLicht Photographica Auction geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis!

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© Megan Lewis, Martu Stammesälterster Timmy Patterson in seinem Zuhause in Jigalong
© Megan Lewis, Jagd nach Buschtruthähnen in Parnngurr
© Megan Lewis, Nyniyika „Catherine“’ Biljabu sucht nach Larven. Cathrines Tochter Levina und ihr Baby Shakira kommen für die Jagd aus Parnngurr vorbei
© Megan Lewis, Alanna Jackman, Elliot Sammy und ihre Mutter, Jennifer Gibbs, reisen in Martu Style
© Megan Lewis, Robert Marney’s Begräbnis. Robert war 20 Jahr alt und starb an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Nach der Martu Tradition dürfen die Eltern und unmittelbaren Verwandten nicht am Begräbnis teilnehmen, sie bleiben im „sorry camp“ der Gemeinschaft
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