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WORLD PRESS PHOTO 10

07.10.2010 - 04.11.2010



>> LÄNGERE ÖFFNUNGSZEITEN FÜR WORLD PRESS PHOTO 10
TÄGLICH 11 - 19 UHR, DONNERSTAGS 11 - 21 UHR


WestLicht. Schauplatz für Fotografie zeigt vom 7. Oktober bis 4. November 2010 die Ausstellung World Press Photo 10. Zu sehen sind die rund 170 besten Pressebilder des Jahres 2009, die im Rahmen des weltweit größten und renommiertesten Wettbewerbs für Bildjournalismus ausgezeichnet wurden. Die als Wanderausstellung angelegte Schau macht dieses Jahr Station in bekannten Galerien und Museen weltweit und erreicht rund zwei Millionen Besucher. Sie ist nicht nur eine beeindruckende Leistungsschau des internationalen Fotojournalismus, sondern auch ein einzigartiger Rückblick auf Weltereignisse und Zeitgeschehen des letzten Jahres.

Die Internationale Jury des 53. World Press Photo-Wettbewerbs kürte eine Fotografie des italienischen Fotografen Pietro Masturzo zum besten Pressefoto des Jahres 2009: Frauen schreien ihren Unmut über die widersprüchliche Präsidentenwahl von den Dächern Teherans am 24 Juni. Am 12. Juni gewann mehrheitlich Präsident Mahmoud Ahmediejad gegen seinen Oppositionskandidaten Mir Hossein Mousavi, aber eine Wahlmanipulation wurde vermutet. In den folgenden Wochen nach der Wahl kam es zu gewaltsamen Demonstrationen in den Straßen. In der Nacht setzten die Menschen ihre Proteste auf den Dächern und Terrassen fort. Die Schreie glichen den nächtlichen Protesten, die letztes Mal bei der Islamischen Revolution 1979 gehört wurden und zum Sturz des Schahs führten.

Über 18.000 Interessierte besuchten die Ausstellung im Jahr 2009 im WestLicht. Dieses Jahr findet die Schau bereits zum neunten Mal in Folge im WestLicht statt.
Neu diesmal: Acht Apple Computer, auf denen Besucher die Bilder aller World-Press-Photo-Wettbewerbe anschauen können.

Die ausgestellten Einzelaufnahmen und Fotoserien lassen das vergangene Jahr als Ikonen der Zeitgeschichte Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Sport, Kultur, Umwelt und Wissenschaft.

Seit 1955 lädt der Vorstand der World Press Photo Foundation, einer unabhängigen Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, Pressefotografen und Fotojournalisten rund um den Globus zur Teilnahme am World-Press-Photo-Wettbewerb ein. Eine jährlich wechselnde, aus 13 Mitgliedern bestehende internationale Jury beurteilt die Einsendungen von Fotografen, Agenturen, Zeitungen und Magazinen aus aller Welt.

Um die begehrte Auszeichnung bewarben sich heuer 5.847 professionelle Fotografen aus 128 Ländern, 101.960 Fotos waren zu beurteilen. Die Jury zeichnete 62 Fotografen aus 22 Ländern in zehn Themenkategorien aus: Reportagen, Harte Fakten, Natur, Sport Feature, Sport Action, Kunst und Kultur, Porträts, Alltagsleben, Aktuelle Themen und Menschen in den Schlagzeilen. Jährlich sehen 2,5 Millionen Besucher in 45 Ländern die World Press Photo Wanderausstellung.

World Press Photo wird von der Niederländischen Postleitzahl-Lotterie unterstützt und weltweit von Canon und TNT gesponsert. Weitere Informationen unter www.worldpressphoto.nl. Mit freundlicher Unterstützung von Econgas wird World Press Photo 10 in Wien gezeigt.

 

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© Malick Sidibé Mali für The New York Times Magazine
1. Preis Kunst und Kultur Einzelfotos

Abdoulaye Diakibe (links) trägt einen Anzug von Viktor & Rolf, ein Hemd von Bottega Veneta, Schuhe von Dolce & Gabbana und einen Hut von Burberry. Mamoutou Kone trägt einen Anzug und ein Hemd von Dries Van Noten, eine Krawatte von Etro und Schuhe von Paul Smith.

©Pietro Masturzo Italien
World Press Photo des Jahres 2009

Nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Iran rufen Frauen am 24. Juni in Teheran ihren Protest von den Dächern. Das Ergebnis der Wahl vom 12. Juni wies auf einen überwältigenden Sieg für Präsident Mahmoud Ahmadinejad über den Oppositionskandidaten Mir Hossein Mousavi, aber es wurde von Wahlbetrug gesprochen. In den Wochen nach den Wahlen folgten gewalttätige Demonstrationen in den Straßen. Nachts setzten die Menschen ihren Protest von Fenstern, Balkonen und Dächern aus fort. Ihre Rufe erinnerten an ähnliche nächtliche Proteste während der Islamischen Revolution von 1979, die zum Sturz des Schahs führte.

© Adam Ferguson Australien VII Mentor Program für The New York Times
1. Preis Harte Fakten Einzelfotos

Eine Frau wird in Kabul, Afghanistan, am 15. Dezember nach einem Selbstmordattentat hastig vom Ort des Geschehens weggeführt. Die Autobombe des Attentäters explodierte in der Nähe eines Hotels im am besten bewachten Stadtteil Wazir Akbar Khan, wo viele Botschaften und westliche Hilfsorganisationen ihren Sitz haben. Mindestens acht Menschen wurden bei der Explosion getötet und 40 verletzt. Dies war der erste größere Anschlag in Kabul seit der afghanische Präsident Hamid Karzai einige Wochen zuvor zum zweiten Mal in seinem Amt vereidigt worden war.

© Walter Astrada Argentinien Agence France-Presse
1. Preis Harte Fakten Fotoserien

Im Februar brachen in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, Gewalttätigkeiten aus, als Anhänger des Oppositionsführers Andry Rajoelina im Versuch, den 2006 demokratisch gewählten Präsidenten Marc Ravalomanana zu stürzen, zu den Regierungsgebäuden zogen. Rajoelina beschuldigte den Präsidenten, ein Tyrann zu sein und öffentliche Gelder zu verschwenden. Sicherheitskräfte schossen auf die Demonstranten und töteten etwa 28 Menschen. In den Wochen danach brachen Unruhen aus. Im März meuterte ein Teil der Armee und diese unterstützte danach, unter einem neuen General, Rajoelina. Ravalomanana wurde abgesetzt und Andry Rajoelina erklärte sich zum Präsidenten.

© Kent Klich Schweden
1. Preis Reportagen Einzelfotos

Licht scheint durch ein Loch im Dach eines Hauses in Tuffah, in Nordgaza, das von einer Panzergranate getroffen worden war. Die Familie, die hier wohnte, war Ende Dezember 2008 zu Beginn der „Operation Cast Lead“, des israelischen Angriffs auf Gaza, geflohen. Mohammed Shuhada Ali Ahmed, 39, war zurückgegangen, um Kleidung für seine Kinder zu holen. Er wurde von der Granate getötet.

© Marco Vernaschi Italien für Pulitzer Center
1. Preis Reportagen Fotoserien

Guinea-Bissau hat sich zu einem Zentrum des Kokainhandels für südamerikanische Drogenkartelle entwickelt, die neue Schmuggelrouten nach Europa suchten. Mit über 100 Inseln und einer Marine ohne seetüchtige Boote bietet Guinea-Bissau sichere Orte für das Umladen, Lagern und den Transport von Kokain. Armeeoffiziere und führende Politiker sind in den Drogenhandel verwickelt. Nach Angaben von Interpol war der frühere Präsident João Bernardo Vieira, der am 2. März ermordet wurde, persönlich am Drogenhandel beteiligt und hatte versucht, einige seiner Generäle, mit denen er Meinungsverschiedenheiten hatte, aus dem Handel zu drängen.

©David Guttenfelder USA The Associated Press
2. Preis Menschen in den Schlagzeilen

Einzelfotos Amerikanische Soldaten verteidigen am 11. Mai ihre Stellung im Korengal-Tal, Afghanistan, nach einem Angriff der Taliban. In seinen „I Love NY“-Boxershorts ist der Soldat Zachery Boyd aus dem Bunker geeilt, um die Mitglieder seines Zuges zu unterstützen. Im Februar sandte Präsident Barack Obama 17.000 Soldaten zusätzlich nach Afghanistan; am Ende des Jahres gab er den Befehl, weitere 30.000 Mann Verstärkung zu schicken, was seit seinem Amtsantritt fast eine Verdreifachung der militärischen Präsenz Amerikas bedeutet.

©Charles Ommanney Großbritannien Getty Images für Newsweek
2. Preis Menschen in den Schlagzeilen

Fotoserien Barack Obama wurde am 20. Januar auf der Westseite des Kapitols in Washington D.C. als 44. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Obama ist der erste Afroamerikaner in diesem Amt in der Geschichte des Landes. Obama wartet einen Moment, bevor er zur Vereidigung das Podium betritt.

© Gareth Copley Großbritannien Press Association
1. Preis Sport Action Einzelfotos

Ein Ball des Australiers Simon Katich lässt während des fünften Ashes-Cricket-Testspiels im Oval Cricket Ground in London das Querholz fliegen und sorgt für das Ausscheiden des englischen Schlagmanns Jonathan Trott. Das Ashes wird seit 1882 alle zwei Jahre zwischen England und Australien ausgetragen und ist eins der meistgefeierten Cricketspiele. Die Ashes-Serie wird in der Regel in fünf Testspielen ausgetragen, die jeweils ein paar Tage dauern. Insgesamt sind bisher 64 Serien gespielt worden, 31 hat Australien gewonnen und England 28. Der Rest endete unentschieden. 2009 gewann England.

© Pat Murphy Irland Sportsfile
2. Preis Sport Action Einzelfotos

Der Jockey James Carroll sieht den Rest des Feldes, nachdem sein Pferd „Lord Time“ während des Eröffnungsrennens des Punchestown Irish National Hunt Festivals im County Kildare, Irland, gestürzt ist. Der Wettkampf ist ein sehr schwieriges Hindernisrennen. Weder das Pferd noch der Reiter haben sich verletzt.

©Robert Gauthier USA Los Angeles Times
1. Preis Sports Feature Einzelfotos

Fans der Yankees versuchen am 25. Oktober im Yankee-Stadion einen linken Außenfeldspieler der Angels abzulenken. An diesem Tag gewannen die Yankees, die in die Spitze ihrer Liga und in die World Series kamen. Die Yankees gewannen auch die World Series, es war ihr 27. Titel.

© Elizabeth Kreutz USA
1. Preis Sports Feature Fotoserien

Der Amerikaner Lance Armstrong, 37, hatte sein zweites Comeback als Berufsradfahrer bei der Tour de France 2009. Armstrong gewann als einziger dieses berühmteste Radrennen der Welt sieben Jahre hintereinander, von 1999 bis 2005. Er nahm 2009 am Rennen teil und wurde Dritter.

©Eugene Richards USA Reportage by Getty Images/The Sunday Times Magazine/Paris Match
1. Preis Aktuelle Themen Fotoserien

Ende 2009 waren seit Beginn des Irakkonflikts über 4.300 Männer und Frauen der us-Armee gefallen und etwa 30.000 verkrüppelt oder verwundet worden. Neben der steigenden Anzahl von gefallenen und verletzten Soldaten, nahmen auch stressbedingte Krankheiten und die Zahl der Selbstmorde zu. Nelida Bagley hilft ihrem Sohn Jose Pequeño aus dem Bett. Er verlor 40 Prozent seines Gehirns, als während einer Patrouille in Ramadi eine Granate in seinem Wagen explodierte.

©Joan Bardeletti Frankreich Picturetank
2. Preis Alltagsleben Einzelfotos

Eine Familie genießt das Picknick am Strand bei Maputo, Mosambik. Nach Angaben der Weltbank wächst die Zahl der Menschen, die in den Entwicklungsländern zur Mittelschicht gerechnet werden können. 2030 werden dies eine Milliarde Menschen sein.

© Stefano De Luigi Italien VII Network für Le Monde Magazine
2. Preis Aktuelle Themen Einzelfotos

Eine verdurstete Giraffe in einem trockenen Flussbett in Wajir, im Nordosten Kenias. Schon drei Jahre gab es hier keine Regenzeit mehr. Zahlreiche natürliche Wasserstellen sind ausgetrocknet, und neben den Tieren, die Wassermangel weniger gut aushalten, starben sogar die robusteren wie Elefanten und Giraffen. Die Trockenheit sorgte auch für viel Leid unter den nomadischen Viehzüchtern in der Region, deren Herden dezimiert wurden und deren Weideland sich in Wüste verwandelte.

© Gihan Tubbeh
Peru 1. Preis Alltagsleben Fotoserien

Adrian, 13, hat Autismus und lebt in Lima, Peru. Adrian ist fasziniert vom Fernsehen. Er berührt den Bildschirm, um das statische Kribbeln zu fühlen.

© Laura Pannack Großbritannien Lisa Pritchard Agency für Guardian Weekend Magazin
1. Preis Porträts Einzelfotos

Graham leidet seit seinem 14. Lebensjahr an Anorexia nervosa. Anfangs war er ein molliges Kind, er entwickelte die Krankheit erst, als er abnahm, um einem Mädchen aus seiner Klasse zu imponieren. Als die Krankheit anhielt, war er so sehr damit beschäftigt, dünn zu werden, dass er das Mädchen vergaß. Mit 15 Jahren wog er knapp über 30 kg, aber nachdem er wieder essen gelernt hatte, schaffte er es, 6 Jahre später das Doppelte zu wiegen. Heute, mit 24, ist er Schauspieler, hat manchmal Rückfälle und betrachtet sich als noch nicht geheilt von dieser Krankheit. Anzeichen von Anorexia sind bei Männern weniger häufig als bei Frauen. Die Gesundheitsbehörde Großbritanniens schätzt, dass etwa eine von 250 Frauen und einer von 2000 Männern in ihrem Leben Essstörungen entwickeln, aber genauere Angaben sind schwer zu machen, da vermutet wird, dass erkrankte Männer weniger oft Hilfe suchen als Frauen.

© Annie van Gemert Niederlande
2. Preis Porträts Fotoserien

Bevor sie die Pubertät erreichen, sehen manche Jungen und Mädchen sehr androgyn aus. Die Fotografin schoss in einem Zeitraum von fünf Jahren Porträts von jungen Leuten zwischen 6 und 18 Jahren mit dem Ziel, den Betrachter zum Nachdenken über seine Wahrnehmung von Geschlechtsmerkmalen anzuregen.

© Kitra Cahana Kanada für Colors Magazin
1. Preis Kunst und Kultur Fotoserien

Das Rainbow Gathering ist ein Festival, das jedes Jahr am freien Wochenende des Unabhängigkeitstags (4. Juli) in einem anderen amerikanischen Nationalpark veranstaltet wird. Das Festival wird seit 1972 von einer lockeren Gruppe von Menschen veranstaltet, die sich Rainbow Family of Living Light oder Rainbow Tribe nennt. 2009 wurde das Rainbow Gathering im Santa Fe Nationalpark in Neu Mexiko veranstaltet. Die Teilnehmer feiern unter anderem ihre Verbundenheit mit der Erde und beten für den Weltfrieden. Es kommen auch Hunderte alternative Jugendliche, die auf Reisen oder von zuhause weggelaufen sind und den Spitznamen „The Dirty Kids“ tragen.

© Paul Nicklen Kanada National Geographic
1. Preis Natur Fotoserien

Südgeorgien, Antarktis, ist ein 160 km langer Bogen aus Bergen und Gletschern, halb von Schnee und Eis bedeckt und halb von Felsen und Tundra-Vegetation. Durch den hohen Krillanteil in den umliegenden Gewässern ist die Insel ein Zufluchtsort für Wildtiere. Diese kleinen Krustentiere mit hohem Proteingehalt bilden einen wichtigen Bestandteil der antarktischen Nahrungskette, aber ihre eigene Nahrungsquelle – Phytoplankton, das unter dem Seeeis wächst – wird durch die Verringerung der Eisschicht reduziert. Ein Graumantel-Rußalbatros sieht in die Bucht von Gold Harbour hinunter. Erwachsene Vögel wechseln sich beim Brüten ab, so dass der Partner auf See Krill fressen kann. 1985 war diese Küste noch von einem Gletscher bedeckt, der sich seitdem landeinwärts zurückgezogen hat.

© Joe Petersburger Ungarn National Geographic Image Collection
1. Preis Natur Einzelfotos

Ein Eisvogel fängt einen Fisch mit geschlossenem dritten Augenlid. Wenn der Eisvogel taucht, schützt dieses Augenlid das Auge vor Verletzungen und es ist lichtdurchlässig genug, um die Beute unter Wasser verfolgen zu können.

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