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Der Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein, Jänner 1921 © WestLicht

FERDINAND SCHMUTZER

PORTRAITS

PORTFOLIO MIT 15 Silbergelatine-Prints
streng limitierte Auflage 1-45 / 45
seleniumgetont, 13 x 18 und 18 x 24 cm,
Passepartouts: Museumskarton, säurefrei
in Leinenkassette
Preis: € 6.000,-
(für Mitglieder des Vereins der Freunde der Galerie -10%)

Die Fotografien dieser Edition wurden von den Original-Glasnegativen aus dem bisher unveröffentlichten Nachlass von Ferdinand Schmutzer angefertigt. Negative: Original-Glasplatten 9 x 12 cm bis 18 x 24 cm

Ferdinand Schmutzer entstammte einer Wiener Künstlerfamilie. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien zuerst Bildhauerei, dann Malerei, wandte sich aber bald der Radiertechnik zu, in die er von seinem Lehrer, William Unger an der Kunstakademie eingeführt wurde. Ein Staatsreisestipendium (Rompreis) ermöglichte ihm einen zweijährigen Aufenthalt in Holland (1894-96). Schon damals scheint Schmutzer neben dem Zeichenblock auch den Fotoapparat verwendet zu haben, um seine Eindrücke festzuhalten. Leider hat sich der Künstler über das Medium Fotografie immer ausgeschwiegen. Es ist jedoch anzunehmen, daß seinen Porträtradierungen immer Fotostudien vorausgegangen sind, da die Körper- und speziell die Kopfhaltung der Fotovorlage oft mit der Portätradierung übereinstimmt.

Fast alle erst kürzlich entdeckten Fotoporträts weisen Schmutzer als einen hochbegabten Fotografen aus, der über eine hervorragende Licht- und Schattentechnik verfügte. Der Künstler hat eine Reihe von wichtigen Persönlichkeiten aus der Wiener großbürgerlichen Gesellschaft, aus Kunst und Kultur, wie auch aus Politik und Wirtschaft porträtiert. Ebenso zählte der Adel und kaiserliche Auftraggeber zu seiner vielschichtigen Klientel. Bereits das um 1899 geschaffene Porträt des damals hochbetagten Aquarellmalers Rudolf von Alt stellt eine Meisterleistung fotografischer Bildgestaltung dar. Desgleichen bringt Schmutzer im Ganzporträt von Karl Wittgenstein die würdevolle Erscheinung des großen Kunstförderers und Vaters des Philosophen Ludwig Wittgenstein voll zur Geltung. In Arthur Schnitzler begegnen wir hingegen einem ernst und etwas mürrisch dreinblickenden Dichter, während uns Felix Salten süffisant entgegenblickt. Im Hause Schmutzer gab es nicht nur gesellschaftliche Zusammenkünfte, sondern auch Hausmusikabende, zu denen oft berühmte
Künstler eingeladen wurden, wie uns das sehr verinnerlichte Bild des Cellisten Pablo Casals zeigt. Die Aufnahme des Violinisten Fritz Kreisler wiederum erinnert an die frühe Porträtkunst von Nadar, des bekannten französischen Porträtfotografen des 19. Jahrhunderts. Eine besonders elegante Erscheinung tritt uns im Porträt des Komponisten Richard Strauss entgegen, während die Fröhlichkeit im Porträt von Leo Slezak ansteckend wirkt und uns den großen Sänger sehr nahe bringt.

Eines des besten Porträts von Schmutzer ist das Bild von Albert Einstein. In diesem Werk gelang es dem Künstler die Natürlichkeit und heitere Gelassenheit des großen Physikers in die Fotografie zu übertragen. Einen Kontrast dazu bildet das Porträt von Sigmund Freud, dessen durchdringender wie auch trauriger Blick den Betrachter nicht mehr losläßt. Ein eindrucksvolles und beängstigendes Porträt stellt das Bildnis des Vaters von Ferdinand Schmutzer dar. In dieser Fotografie hat der Künstler "was äußerlich nicht zu sehen ist, das Transzendentale der Realität” mit seiner Kamera festgehalten. Viel mehr über den Status des Dargestellten als über dessen Persönlichkeit verrät die Aufnahme des deutschen Kaisers, Wilhelm II., den Schmutzer mit Pathos und steifer Würde darstellt. Weitaus schlichter gehalten hingegen ist das Porträt von Kaiser Karl I., das wahrscheinlich nur wenige Monate nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph I. aufgenommen wurde.

Ferdinand Schmutzer war nicht nur ein anerkannter Radierer und Kupferstecher, sondern auch ein überaus begabter Fotograf. Die Art, wie er die Perspektive, die Licht- und Schattenverteilung einsetzt, beweist, daß technisches Können, große Handfertigkeit und
künstlerische Sensibilität bei ihm zu einer Einheit verschmolzen sind. Als Rektor (1922-24) der Akademie der bildenden Künste in Wien blieb er zwar der Tradition verpflichtet, gab aber mit großem Engagement sein Können an die Kunststudenten weiter. (Anna Auer, ESHPh)


BESTELLUNGEN unter
info(at)westlicht.com
Tel +43 1 522 66 36
Fax +43 1 523 13 08

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Der Psychoanalytiker Sigmund Freud, 1926 © WestLicht
Der deutsche Kaiser Wilhelm II., 1912 © WestLicht
Der Kaiser von Österreich und König von Ungarn, Kaiser Karl I., 1917 © WestLicht
Erzherzog Ferdinand von Österreich-Este, 1914 © WestLicht
Der Dichter Arthur Schnitzler, 1912 © WestLicht
Der Komponist und Dirigent Richard Strauss, 1922 © WestLicht
Der Cellist Pablo Casals, 1914 © WestLicht
Der Komponist und Violinist Fritz Kreisler, um 1915 © WestLicht
Der Schriftsteller Felix Salten, um 1915 © WestLicht
Der Wiener Aquarellmaler Rudolf von Alt, 1899 © WestLicht
Der Kammersänger Leo Slezak, 1927 © WestLicht
Der Bildhauer Ferdinand Schmutzer (Vater des Künstlers), 1911 © WestLicht
Der Kunstmäzen Karl Wittgenstein, 1908 © WestLicht
Selbstbildnis, um 1918 © WestLicht
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