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> WESTLICHT. DIE FOTOSAMMLUNG

Die am Fotomuseum WestLicht begründete Sammlung ist seit Frühjahr 2015 in einem neu adaptierten Depot am Areal der Brotfabrik im 10. Bezirk untergebracht, gemeinsam mit den Verkaufsbeständen von OstLicht. Galerie für Fotografie. Der Gesamtbestand umfasst rund 85.000 Fotografien, deren Bandbreite von Werken aus der Frühzeit des Mediums bis zu fotokünstlerischen Arbeiten der Gegenwart reicht.

Schwerpunkte der Sammlung bilden u.a. Daguerreotypien, frühe Reise- und Pressefotografie, Wiener Studioporträts der Zwischenkriegszeit, internationale Filmfotografie und Fotojournalismus der Nachkriegszeit (Magnum), Wiener Aktionismus, Weltraum, Kubanische Fotografie (1930er bis 70er) und die Polaroid-Collection; weiters (Teil-)Nachlässe von Studio Manassé / Olga Wlassics, Photo Simonis, Stefan Kruckenhauser, Walter Henisch, Roland Pleterski, Gustav Schikola, Franz Fiedler, Padhi Frieberger, Friederike Petzold und Cora Pongracz.

Im verkäuflichen Galeriebestand befinden sich Werke von Bryan Adams, Nobuyoshi Araki, Roger Ballen, Clegg & Guttmann, Kerstin Cmelka, Elisabeth Czihak, Andreas Duscha, Tomas Eller, Michael Hakimi, Michael Höpfner, Ren Hang, Franz Hubmann, Birgit Jürgenssen, David LaChapelle, Sonia Leimer, Anja Manfredi, Christian Mayer, Hellen van Meene, Ulrich Seidl, Juergen Teller und Wim Wenders.

 

Kontakt Sammlung
Mag. Marie Röbl
T +43 (0)699 10 19 20 30
roebl(at)ostlicht.at
OSTLICHT. DEPOT FÜR FOTOGRAFIE
Brotfabrik, Stiege 7
Puchsbaumgasse 1 C, 1100 Wien

 

Kontakt Galerie
Mag. Judith Reisinger
T +43 (0)699 12 19 76 57
reisinger@ostlicht.at
OSTLICHT. GALERIE FÜR FOTOGRAFIE
Brotfabrik, Stiege 3
Absberggasse 27, 1100 Wien

 

> DAGUERREOTYPIEN

Als die Geburtsstunde der Fotografie gilt der 18.8.1839, als in Paris die Daguerreotypie offiziell vorgestellt wurde und sich für die folgenden Jahrzehnte gegenüber anderen Verfahren durchsetzte. Nach (zunächst minutenlanger) Belichtung und aufwändiger Entwicklung entsteht ein positives, jedoch seitenverkehrtes Bild aus schwärzlichem Silber, das nur beim richtigen Lichteinfallswinkel optimal zu erkennen ist. Die spiegelnden Unikate auf polierten versilberten Kupferplatten, die man unter Glas und meist in Lederetuis mit Seide- oder Samtfutter rahmte, beeindruckten durch ihre feine Zeichnung und nie zuvor gesehene Detailtreue.

Als erstes kommerziell genutztes fotografisches Verfahren fand die Daguerreotypie für Porträts im Bürgertum ihre häufigste Anwendung; rasch setzten sich standardisierte Bildformate durch, die von einer ganzen Platte (162 x 216 mm) bis zur 1/16 Platte (41 x 34 mm) reichten. Ab der zweiten Jahrhunderthälfte wurde die Daguerreotypie von preiswerteren Verfahren abgelöst.

Unbekannter Fotograf
Porträt mit vier Frauen
Frankreich, ca. 1850
Daguerreotypie, 1/1 Platte, in Passepartout und Originalrahmen mehr >>

James E. McClees & Washington L. Germon (akt. 1847–1856)
Porträt eines ca. 2-jährigen Mädchens
USA, Philadelphia, ca. 1850
Daguerreotypie, 1/16 Platte, in ovalem Metallpassepartout mit Gravur „McClees & German, Phila” mehr >>

Adolphe-Eugène Disdéri (1819–1889)
Hauptportal des Palais de L’Industrie
Frankreich, Paris, 1855
Stereodaguerreotypie, 8,5 x 17 cm mehr >>

> FRÜHE PAPIERABZÜGE

Im Jahr 1839, als der Franzose Louis Jacques Mandé Daguerre und der Brite William Henry Fox Talbot um die Erfindung der Fotografie konkurrierten, schien das Negativ als Zwischenschritt zum fotografischen Bild ein Nachteil zu sein. Doch längerfristig erwies sich Talbots Positiv-Negativ-Verfahren eindeutig als erfolgreicher: Es ist die Voraussetzung für die Vervielfältigung und somit die weitreichende bildkulturelle Rolle fotografischer Bilder.

Talbots Negative waren aus Papier. Bei frühen Fotopositiven handelt es sich um Salzpapierabzüge, die im Sonnenlicht im Kontakt mit dem Negativ auskopiert wurden („POP”). Die lichtempfindlichen Substanzen dringen in das Papier ein, wodurch die Papierstruktur im Bild sichtbar bleibt. Es wurden keine Vergrößerungen gemacht, d.h. das Bildformat richtet sich nach dem Negativformat; dementsprechend groß waren auch viele der frühen Kameras.

William Henry Fox Talbot (1800–1877)
Szene in einer Bibliothek
Tafel 8 aus: The Pencil of Nature
England, Wiltshire, Lacock Abbey, 1843
Kalotypie (Salzprint vom Papiernegativ), montiert auf Papier, 13 x 17,9 cm mehr >>

James Robertson (1813–1888)
Bombensicheres Lager
Nr 46 eines Albums zum Krimkrieg
Russland, Krimküste, 1855
Salzpapierprint, montiert auf Karton, 22,3 x 29,2 cm
Im Bild re unten in Tinte signiert „Robertson”, am Karton mit Bleistift betitelt und nummeriert
mehr >>

Andreas Groll (1812–1872)
Halbharnisch des Ferdinand Alvarez von Toledo, Herzog von Alba
Österreich, Wien 1858
Salzpapierprint, 25,7 x 17,2 cm mehr >>

Unbekannter Fotograf der k.k. Hof- und Staatsdruckerei
Rotenturmtor und Gonzagabastei (heutiger Franz-Josefs-Kai)
Österreich, Wien, März 1858
Salzpapierprint nach Glasnegativ, 37 x 50,7 cm
Vorne im Bild rechts unten ovaler Blindstempel „VON DER k.k. HOF-& STAATSDRUCKEREI IN WIEN” mehr >>

> HISTORISCHE REISEFOTOGRAFIE

Bereits früh wurde die Fotografie zur Dokumentation von Bau- und Naturdenkmälern in fremden Ländern eingesetzt, denn ihre Aufnahmen versprachen Authentizität und boten die Möglichkeit einer von der unmittelbaren Anschauung unabhängigen Besichtigung. Der Alltag und die Menschen fremder Kulturen fanden zunächst lediglich in gestellten Atelierszenen ihre Darstellung.

Durch technische Weiterentwicklungen nach 1850, wie dem nassen Kollodiumverfahren und dem Albuminpapierabzug, konnte die Bildschärfe deutlich gesteigert werden, was den Reiz eingehender Betrachtung natürlich erhöhte. Durch ersteres wurde zwar der Arbeitsaufwand der Reisefotografen „im Gelände” nicht gerade erleichtert, allerdings vereinfachten Kopierwerkstätten die Endproduktion. So entstand auf den Hauptstationen der Grand Tour, vor allem in Italien, ein reger Markt für Ansichten von Sehenswürdigkeiten und Stadtveduten. Mit den Anfängen des Massentourismus wurden Fotografien bzw. Fotoalben zum beliebten Reiseandenken.

Robert Macpherson (1811–1872)
Tempel der Sibylle
Italien, Tivoli, ca. 1858
Albuminpapierabzug, montiert auf Karton, 37,2 x 31,2 cm
Fotografen-Blindstempel „R. Macpherson Rome” am unteren Rand, mit Bleistift darin beziffert „115” mehr >>

Giorgio Sommer (1832–1914)
Der Dom von Pisa
Italien, Pisa, ca. 1865
Albuminpapierabzug, montiert auf Karton, 18,4 x 24,4 cm
Im Neg. li unten bezeichnet „Nr. 3875. Il Duomo.Pisa.”, am Karton 2 Blindstempel „Giorgio Sommer, Studio Monte di Dio 4, Magazzino S. Caterina 5, Napoli”; „Depot a Florence Via Maggio 15, J. Brecker”, am Karton handschr. in Bleistift betitelt „Der Dom von Pisa” mehr >>

Unbekannter Fotograf
Zwei Geishas bei einer Begrüßungszeremonie
Aus den Reisealben des Tenors Anton Schittenhelm (1849–1923)
Japan, ca. 1880
Albuminpapierabzug, 20,2 x 26,2 cm mehr >>

Nicholas John Caire (1837–1918)
Billy the Bull, native of Gippsland
Aus dem Album: Gippsland Scenery
Australien, Victoria, ca. 1880
Albuminpapierabzug, 16 x 20 cm mehr >>

> AKTFOTOGRAFIE

Fotografische Darstellungen des nackten Körpers wurden erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts salonfähig; zuvor wurden Aktaufnahmen zwar durchaus hergestellt, aber kaum veröffentlicht. Spezifische Eigenschaften und Diskurse des Fotografischen werden anhand dieses Themas brisant:

So verleiht die Referenzialität des fotografischen Bildes dem Schauwert intimer oder tabuisierter Sujets eine weitere (mitunter pornografische) Steigerung. In der Beziehung von Fotografie und Kunst zeigen sich besonders anhand der Aktfotografie markante Positionen – das Spektrum reicht von der rein dienenden Funktion fotografischer Vorlagen zu einem eminent fotografischen Bildthema, das etwa in der Wiedergabe von Stofflichkeit (Haut, Tuch) und dem Modellieren von Körperlichkeit mittels subtiler Hell-Dunkel-Abstufungen seine Aufgabe findet. Und schließlich manifestieren sich in dieser Bildgattung zentrale Dispositive unserer Gesellschaft, wie Geschlechterrollen, Disziplinierungen des Körpers oder Blickregimes.

Anton Josef Trčka, gen. Antios (1893–1940)
Liegender Rückenakt
Österreich, Wien, ca. 1925
Silbergelatineabzug, 11,7 x 16,7 cm
Rücks. mit Bleistift beschriftet „Foto Ringwerkstaetten”, nummeriert „XIV” mehr >>

Residenz-Atelier / Albin Kobé (1884–1935)
Halbakt
Österreich, Wien, ca. 1928
Silbergelatineabzug, getont, montiert auf dunkelbraunem Karton, 15,9 x 21,3 cm mehr >>

Sam Haskins (1926–2009)
Ohne Titel [Akt in Bewegung]
England, London, ca. 1965
Silbergelatineabzug (Ausstellungsprint), 38 x 30,7 cm
Rücks. beschriftet „Pentax Coll.-Nr. 8750-50-111” mehr >>

Nobuyoshi Araki (* 1940)
Kinbaku
Japan, Tokio, 1993
Silbergelatineabzug, 39,5 x 31,6 cm
Rücks. signiert mehr >>

> PRESSEFOTOGRAFIE

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es Pressefotografen, die in Anlehnung an das Berufsbild des manuell arbeitenden Illustrators damals noch „Illustrations-Photographen” genannt wurden. Die Fotografie erreichte mit ihrem Einsatz in gedruckten Massenmedien ihre weitreichendste Wirkung: Ihre Bilder prägten die kollektive Wahrnehmung vieler Ereignisse und Persönlichkeiten; ihre vermeintlich unbestechliche Objektivität machte sie politisch instrumentalisierbar.

In der Zwischenkriegszeit erlebte die Pressefotografie eine erste Hochblüte. International agierende Bildagenturen übernahmen den Vertrieb und die Veröffentlichung von tagesaktuellen Bildern. Kleinbild-Kameras wie die Leica sowie Filme mit höherer Lichtempfindlichkeit ermöglichten Aufnahmen an jedem beliebigen Ort, auch unter schlechten Lichtverhältnissen. Die neue Technik schuf die Voraussetzung zur Herausbildung einer neuen Bildsprache sowie eines neuen Selbstverständnisses der Bildautoren.

Robert Sennecke (1885–1940)
Wein für die Fische des Missouri
USA, 1929
Silbergelatineabzug, 11,3 x 15,5 cm
Rücks. Fotografenstempel „Phot. ACME-Sennecke”, Datumsstempel „24.Okt.1929”, Agenturclip mit Text in Deutsch mehr >>

Unbekannter Fotograf
Taking the danger out of flying tricks
USA, Los Angeles, 14.4.1932
Silbergelatineabzug, 24,7 x 19,5 cm
Vorne im Bild Ausschnittmarkierungen in schw. Tinte; rücks. Agenturstempel, Datumsstempel „26.4.1932” sowie 2 Agenturclips mit Text mehr >>

Unbekannter Fotograf
Die Belastungsprobe der neuen Stadion(Schlachthaus)brücke über den Donaukanal
Österreich, Wien, 24.9.1937
Silbergelatineabzug, 15,9 x 20,9 cm
Rücks. Zeitungsclip mit Bildtitel, handschr. nummeriert „1158” und datiert mehr >>

Walter Henisch (1913–1975)
Angriff der Deutschen Wehrmacht auf einen sowjetischen Waffentransport
Aus der 54-teiligen Mappe: Russland Heft I, Kampfbilder
UdSSR, Smolensk, August 1941
Silbergelatineabzug, montiert auf Karton, 23,3 x 17,1 cm
Rücks. Negativnummer „2379/22a” und nummeriert „H1/13” in Bleistift mehr >>

Ernst Hausknost (1906–1996)
Hahnenkammrennen in Kitzbühel
Österreich, Tirol, Bad Gastein, 1948
Silbergelatineabzug auf Agfa-Brovira, 13 x 18 cm
Rücks. Fotografenstempel mehr >>

> REPORTAGE

Bereits seit den späten 1920ern nahmen Bildreportagen in illustrierten Magazinen eine steigende Bedeutung ein (während der Stellenwert von Texten sank), wobei die Fotografen meist in enger Bindung zu den Redaktionen oder Agenturen arbeiteten. Bis das Fernsehen zur beherrschenden massenmedialen Bildquelle wurde, erlebte die Fotoreportage in der Nachkriegszeit einen weiteren Aufschwung.

Nun verstanden sich viele Fotojournalisten als unabhängige Bildautoren: Ihre Weltanschauung manifestiert sich in kritischen oder provokanten Fotoessays, etwa aus internationalen Krisenregionen; Mythen werden infrage gestellt, wobei auch Witz, Ironie oder Melancholie zum Tragen kommen; Reportagen über bedeutende Persönlichkeiten vermitteln weniger ein glamouröses oder heroisierendes „Image” als vielmehr den Menschen in seinem Alltag. Die neue Haltung beschreibt das Schlagwort vom „human interest”, das mit der Fotografie der Agentur Magnum sowie der einflussreichen Ausstellung „The family of man” verbunden wird. Daran knüpfte sich die Hoffnung, mittels der Fotografie als „universeller Sprache” den Betrachter bewegen zu können.

Erich Lessing (* 1923)
Franz Lehár am Totenbett, Abnahme der Totenmaske durch Willy Kauer
Österreich, Bad Ischl, 24.10.1948
Silbergelatineabzug, 36,8 x 46 cm
Rücks. vom Fotografen signiert mehr >>

Inge Morath (1923–2002)
Die Verlegerin Eveleigh Nash in der Buckingham Palace Mall
England, London, 1953
Silbergelatineabzug, 21,6 x 30,8 cm
Rücks. Copyrightstempel „Photography by Inge Morath, 1970 Magnum Photos, 72 West 45th Street, N.Y.C. 10036” mehr >>

Franz Hubmann (1914–2007)
Pablo Picasso in seiner Villa „La Californie”
Frankreich, Cannes, 1957
Silbergelatineabzug, 40 x 40 cm
Im Bild links unten signiert, rücks. Fotografenstempel mehr >>

Unbekannter sowjetischer Fotograf
Juri Alexejewitsch Gagarin vor dem Abflug ins All
Aus einem Album mit 26 Fotografien
Sowjetunion, Tjura Tam (Kasachstan), 12.4.1961
Silbergelatineabzug, montiert auf grünem Karton, 16 x 10,5 cm mehr >>

> KUBANISCHE FOTOGRAFIE

Im Bestand an Fotografien aus Kuba liegt der Schwerpunkt im Kernthema der Kubanischen Revolution, ihrer Vorgeschichte in den 1940ern und 50ern, über den Guerillakrieg der Rebellen und die „heroischen” ersten Jahre nach der Machtübernahme Fidel Castros, bis hin zu wichtigen Ereignissen seiner langen Amtszeit.

Zahlreiche Porträts der Protagonisten, Reportage- und Pressebilder entscheidender Ereignisse, etwa während des Krieges oder an der Schweinebucht, sowie Aufnahmen politischer Großveranstaltungen und Staatsakte machen aber nicht nur die bewegende Geschichte der Revolution nachvollziehbar; deutlich wird auch die zentrale Rolle der Fotografie in der Herausbildung und Verbreitung ihrer visuellen Propaganda.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen von Fotografen wie Corrales, Korda, Salas oder Venancio werden anhand von Werkgruppen deutlich, die sie vor oder neben ihrer Arbeit im Dienste der Revolution aufnahmen. Hiezu kommen Serien der nächsten Fotografengeneration (Marucha, Mayito), die eine neue Epoche des kubanischen Fotojournalismus begründeten.

Perfecto Romero Ramírez (* 1936)
Ernesto Ché Guevara, am Schreibtisch sitzend
Kuba, Havanna, Festung San Carlos de la Cabaña, ca. 3.1.1959
Silbergelatineabzug, 53,4 x 45,6 cm
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Luis Korda (Luis Antonio Peirce Byers, 1912–1985)
Camilo Cienfuegos und Fidel Castro beim Einzug in Havanna
Kuba, Havanna, 8.1.1959
Silbergelatineabzug, montiert auf Karton, 59,7 x 49,7 cm mehr >>

Osvaldo Salas (1914–1992)
Vier Bauern bei der Lektüre einer ANAP-Resolution
Kuba, 1961
Silbergelatineabzug, 24 x 30,3 cm
Rücks. signiert in Tinte mehr >>

Mayito (Mario Garcia Joya, * 1938)
Milizsoldaten entladen einen Laster
Aus 9-teil. Serie zur Invasion an der Schweinebucht
Kuba, 1961
Silbergelatine, ca. 33 x 22 cm
Rücks. signiert, datiert und betitelt in Bleistift mehr >>

Raúl Corrales (1925–2006)
Revolutionärin mit Armbinde
Kuba, Havanna, ca. 1970
Silbergelatine, 40 x 30,2 cm
Rücks. signiert, Ausstellungsstempel „Expoicap” und „71” mehr >>

> WIENER AKTIONISMUS

Im Österreich der Nachkriegszeit, das von einer restaurativen Grundstimmung, von Katholizismus und Verdrängung (Stichwort „Opferthese”) geprägt war, entwickelte sich der Wiener Aktionismus. Die provozierenden Aktionen dieser Avantgardebewegung verletzten Tabus und loteten Grenzen aus. Sie richteten sich repräsentationskritisch gegen den traditionellen Kunst- und Werkbegriff und verfolgten die Utopie, mittels Kunst die Gesellschaft bzw. deren psycho-soziale Strukturen zu verändern.

Der Fotografie als Dokumentationsmedium kam dabei eine wesentliche Rolle zu, die von den im Einzelnen sehr unterschiedlich arbeitenden vier Protagonisten verschieden besetzt wurde. Der Einsatz der Fotografie in der Kunst prägte jedenfalls beide Felder nachhaltig. In der Sammlung WestLicht befinden sich vor allem Arbeiten von Rudolf Schwarzkogler, Aufnahmen früher Aktionen von Hermann Nitsch und Editionen von Otto Mühl.

Hermann Nitsch (* 1938) / Otto Mühl (* 1925) / Ludwig Hoffenreich (1902–1975)
3. Aktion, Fest des psycho-physischen Naturalismus
Österreich, Wien, Atelier Mühl, Perinetgasse, 28.6.1963
C-print auf Kodak-PE-Papier, 60 x 50 cm
Rücks. signiert „Hermann Nitsch” mehr >>

Hermann Nitsch (* 1938) / Siegfried Klein, aka Kasaq
Fototableau mit 12 Motiven von der 8. Aktion, Penisbespülung
Österreich, Wien, Wohnung v. H. Nitsch, Jedlersdorfer Straße, 22.1.1965
Silbergelatineabzug, 65 x 50 cm
Rücks. signiert, datiert, betitelt und nummeriert „1/1” mehr >>

Otto Mühl (* 1925) / Ludwig Hoffenreich (1902–1975)
3. Materialaktion, Klarsichtpackung
Aus der Mappe mit 45 Fotografien auf Karton „Otto Muehl Materialaktionen 1964-67”, hrsgg. von P.A.P. Kunstagentur Karlheinz & Renate Hein, München
Österreich, Wien, Atelier Mühl, Obere Augartenstraße, 26.2.1964
Cibachrome Print, ca. 30 x 30 cm
Auf dem Passepartout signiert, betitelt „Klarsichtpackung” und nummeriert „14/20”
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Rudolf Schwarzkogler (1940–1969) / Walter Kindler (* 1940)
1. Aktion, Hochzeit
Aus einer Mappe mit Textblättern, 10 Foto- und 6 Seriegrafien, hrsgg. v. Pari & Dispari, Guiseppe Morra und F. Conz
Österreich, Wien, 6.2.1965
C-Print, 62 x 51 cm
Rücks. Mitte Stempel „pari editori & dispari”; links u. mit Tinte signiert „Edith Adam”, rechts u. nummeriert „69/75”
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Rudolf Schwarzkogler (1940–1969) / Michael Epp (* 1939)
6. Aktion
Österreich, Wien, Anfang 1966
Silbergelatineabzug, 29,8 x 24,3 cm
Rücks. signiert von Günter Brus, Hermann Nitsch und Edith Adam, Nachlassstempel „rudolf schwarzkogler / nachlaß” mehr >>

> POLAROID COLLECTION

Mit der Vorstellung seines Sofortbildverfahrens 1948 läutete Polaroid-Gründer Edwin Herbert Land die Geburtsstunde der revolutionären Sofortbildfotografie ein. Ab den 1960ern kam es zu einer breitenwirksamen Popularisierung der Technik, mit der man bereits kurz nach Aufnahme ein vollständig entwickeltes Foto erhielt. Land forcierte schon früh die Zusammenarbeit mit den renommiertesten Künstler- und FotografInnen, stellte ihnen Material zur Verfügung und baute in Europa und den USA die legendäre Polaroid Collection auf.

Der europäische Teil der Collection ging 2011 in den Besitz der ehemaligen Fotosammlung WestLicht über und ist heute mit seinen rund 4800 Polaroids von etwa 800 FotografInnen einer der Schwerpunkte der Fotosammlung OstLicht. Die Namen der KünstlerInnen reichen von Landschaftsfotograf Ansel Adams bis Pop Art Künstler Andy Warhol. So breitgefächert wie die vertretene KünstlerInnenriege gibt sich auch das Spektrum an künstlerischen Konzepten, die alle Genres von Mode bis Architektur abdecken. Die Vielfalt an Kamera- und Filmtypen sowie Formaten spiegeln dabei auf eindrucksvolle Weise die Entwicklung des Mediums Polaroid wider.

Ansel Adams (1902–1984)
Vineyard
USA, Kalifornien, 1969
Polaroid Type 58, 4x5, 13,1 x 10,6 cm
© The Ansel Adams Publishing Rights Trust mehr >>

Bruce Charlesworth (* 1950)
Untitled

1979
Polaroid SX-70, handkoloriert, 10,8 x 8,8 cm
Rücks. Fotografenstempel, datiert u. ehem. Polaroid Coll. Nr. “79:1467:03”
© Bruce Charlesworth mehr >>

 

Andy Warhol (1928 – 1987)
Andy sneezing
1978
Polaroid SX-70, 10,8 x 8,8 cm
Rücks. ehem. Polaroid Coll. Nr. “78:788:11”
© The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts Inc. / VBK, Wien 2011 / WestLicht Collection mehr >>

 

Sandi Fellman (* 1952)
Modesty

Japan, Tokio, 1983
Polaroid Polacolor 20x24, ca. 75 x 56 cm
Vorne re unten im Rand signiert u. datiert; rücks. li unten betitelt u. ehem. Polaroid Coll. Nr. “83:682:50”
© Sandi Fellman mehr >>

 

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