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Herzlich willkommen im Pressebereich von WestLicht. Schauplatz für Fotografie. Hier finden Sie aktuelle Pressemitteilungen und -bilder zum Programm.
Die Nutzung des Materials ist im Rahmen der aktuellen Berichterstattung kostenfrei. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne auch persönlich zur Verfügung. Verwendung des Bildmaterials ausschließlich in Zusammenhang mit WestLicht sowie unter Angabe der angeführten Copyrights.

Pressekontakt
Stefan Musil
+43 (0)676 9316665
musil(at)westlicht.com

 

WORLD PRESS PHOTO 18

14.09–21.10.2018

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Die Welt zu Gast im WestLicht: Mit der World Press Photo Ausstellung machen ab 14. September wieder die besten Pressefotografien in der Wiener Westbahnstraße Station. Erstmals wurde in diesem Jahr eine Shortlist der Nominierten veröffentlicht, bevor die Jury die Preisträger_innen bekanntgab.

Zum World Press Photo des Jahres kürte die Jury ein Bild des Agence France-Presse Fotografen Ronaldo Schemidt mit dem Titel „Venezuela Crisis“. Bei Protesten gegen die geplanten Verfassungsreformen von Staatspräsident Nicolás Maduro kam es am 3. Mai 2017 in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Der 28-jährige José Victor Salazar Balzar wurde bei den Unruhen durch die Explosion eines Motorrads erfasst. Er überlebte mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

„Es ist ein fast klassisches Foto, aber mit einer sehr unmittelbaren Energie und Dynamik. Die Farben, die Bewegung, alles ist hervorragend komponiert, das Bild hat Kraft. Ich war direkt berührt“, beschreibt Jury-Präsidentin Magdalena Herrera, Fotodirektorin bei Geo Frankreich, ihre Begegnung mit dem Bild. Ihr Jury-Kollege Whitney C. Johnson von National Geographic ergänzt: „Tatsächlich handelt es sich um eine sehr symbolische Fotografie. Der brennende Mann mit der Maske steht nicht bloß für sich, sondern verkörpert ein Venezuela in Flammen.“

Die US-amerikanische Fotografin Anna Boyiazis wurde für ihre Serie „Finding Freedom in the Water" in der Kategorie „Menschen" ausgezeichnet. Das Projekt folgt einer Initiative auf der Inselgruppe Sansibar, die es jungen Mädchen durch das Bereitstellen von Ganzkörperanzügen ermöglicht, das Schwimmen zu erlernen, ohne dabei ihren traditionellen islamischen Glauben zu kompromittieren, der freizügige Kleidung verbietet.

Bereits zum siebzehnten Mal in Folge ist WestLicht Schauplatz von World Press Photo. 2017 zog das Event mehr als 26.000 Besucher_innen in die Westbahnstraße. Die prämierten Einzelbilder und Fotoserien lassen als Ikonen der Zeitgeschichte das vergangene Jahr Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Sport und Natur.

„Der World Press Photo Award demonstriert ein ums andere Mal, was guter Fotojournalismus zu leisten im Stande ist und welch hohen persönlichen Einsatz Fotografinnen und Fotografen riskieren, damit wir wissen, was auf der Welt vor sich geht. In Zeiten, in denen die freie Presse mehr und mehr unter Beschuss genommen wird, kann das nicht oft genug betont werden. Auch deshalb ist die Ausstellung für uns von so großer Bedeutung“, so WestLicht Vorstand Peter Coeln.

DIE THEMEN DES WETTBEWERBS

Zu den dominierenden Themen im Wettbewerb gehören der aufflammende Nationalismus in den USA, die Proteste gegen die Regierung Maduro in Venezuela, die in der europäischen Aufmerksamkeit oft in den Hintergrund gedrängte Rohingya-Krise in Myanmar, die Kämpfe im Norden Iraks und das Schicksal von Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Europa. Neu eingeführt wurde in diesem Jahr die Wettbewerbskategorie „Environment“, in der es um den Einfluss der menschlichen Zivilisation auf die Umwelt geht.

Eine Arbeit mit Österreichbezug gewann in der Kategorie „Langzeitprojekte“: In einfühlsamen Bildern begleitet die Serie „Ich bin Waldviertel" der niederländische Fotografin Carla Kogelman seit 2012 das Aufwachsen der Geschwister Hannah und Alena, die mit ihrer Familie in Merkenbrechts nahe der tschechischen Grenze leben.

WORLD PRESS PHOTO: ZAHLEN UND FAKTEN

Insgesamt wurden im Wettbewerb 42 Fotograf_innen aus 22 Ländern in acht Kategorien ausgezeichnet. Beworben hatten sich 4.548 Kandidat_innen aus 125 Nationen mit insgesamt 73.044 Fotografien.

Seit 1955 schreibt die World Press Photo Foundation, eine unabhängige Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, den World Press Photo Contest aus. Eine jährlich wechselnde Jury beurteilt die Einsendungen von Fotograf_innen aus aller Welt. Das Ergebnis des renommierten Wettbewerbs, das jeweils als Wanderausstellung um den Globus tourt, gilt als wichtigste Leistungsschau der internationalen Pressefotografie.

World Press Photo wird von der Niederländischen Postleitzahl-Lotterie unterstützt und weltweit von Canon gesponsert. Weitere Informationen unter www.worldpressphoto.org

 

 

 

 

 

 

 

 

CORTIS & SONDEREGGER

ICONS

14.09.–21.10.2018

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Parallel zur World Press Photo Ausstellung zeigt WestLicht in der oberen Galerie Arbeiten von Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger. In ihrer Serie „Icons" baut das deutsch-schweizerische Künstlerduo seit 2013 Ikonen der Fotogeschichte als dreidimensionale Dioramen in ihrem Atelier nach. Die Modelle werden anschließend fotografiert. Dabei entstehenden Bilder, die den Vorlagen bis aufs Haar zu gleichen scheinen. Die bruchlose Illusion wird allerdings sofort unterlaufen, indem das Studiosetting und die Spuren des Arbeitsprozesses mit ins Bild geholt werden. Szenen, die sich tief ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben – die brennenden Twin Towers, Robert Capas fallender Milizionär im spanischen Bürgerkrieg oder Stuart Franklins Aufnahme des „Tank Man“ vom Tian’anmen Platz, 1990 mit einem World Press Photo Award ausgezeichnet – erheben sich zwischen Stativen, Softboxen, Stanleymessern und den Resten von Modellbausätzen.

MAKING OF…

„Making of“ trägt jede der Fotografien im Titel und tatsächlich wirken die Situationen, als hätten die Künstler gerade erst die Heißklebepistole fallen lassen. Dabei führen die Bilder noch einmal die ganze analoge Magie der Studiofotografie vor Augen. Zwar sind sie digital aufgenommen, der Einsatz von Photoshop beschränkt sich aber auf ein absolutes Minimum. Ausgeklügelte Beleuchtung, Bricolage, Stichsäge und Gaffer-Tape ersetzen die digitalen Tools.

IKONEN DER FOTOGESCHICHTE

Cortis & Sonderegger bedienen sich für ihre minutiösen Rekonstruktionen Beispielen aus der Geschichte des Mediums Fotografie von seinen Anfängen bis in die Gegenwart. WestLicht zeigt zehn großformatige Bilder aus der Serie, die in ihrer überbordenden Detailfülle die Betrachter_innen zur visuellen Recherche einladen. Darunter finden sich Fotografien, die bereits im Original ihren Auftritt im WestLicht hatten, etwa Edwin Aldrins Fußabdruck auf der Mondoberfläche oder Henri Cartier-Bressons berühmter Pfützenspringer.

HOMMAGE, HUMORVOLLE ANEIGNUNG UND KRITISCHE MEDIENREFLEXION

„Icons" ist zugleich eine Hommage an die Fotogeschichte, eine humorvolle Aneignung ihrer Säulenheiligen und – in der doppelten Inszenierung von Motiv und Ateliersituation – Reflexion über die Funktionsweisen des Mediums. In Zeiten, in denen an zu vielen Orten mit alternativen Fakten hantiert wird, animieren die Bilder von Cortis & Sonderegger zum Nachdenken über die fragile Wahrheit der Fotografie, das Verhältnis von Authentizität und Konstruktion und die Bedeutung von Kontext und Perspektive.

BIOGRAFIEN

Jojakim Cortis, geboren 1978 in Aachen (D) und Adrian Sonderegger, geboren 1980 in Bülach (CH), leben seit 2001 in Zürich (CH). Ihre Kooperation geht auf die gemeinsame Zeit an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK zurück, wo sie beide Fotografie studierten. Seit ihrem Diplom 2006 sind sie als freie Fotografen tätig und haben Lehraufträge an verschiedenen Kunsthochschulen wahrgenommen, Adrian Sonderegger arbeitete von 2007 bis 2011 als Assistent mit dem Künstler Jules Spinatsch. Ihre Bilder werden international gezeigt, jüngst – und noch bis 9. September –in einer Einzelausstellung in der Fotostiftung Schweiz, Winterthur, im Frühjahr 2019 bei C/O Berlin. Das Buch zur  Serie „Icons" wurde im Mai unter dem Titel „Double Take" in London vorgestellt und ist im WestLicht Bookshop erhältlich.