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ALFONS SCHILLING. BEYOND PHOTOGRAPHY

14.02.2017 - 14.05.2017

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PRESSEKONFERENZ
Montag, 13.02.2017, 17 h

ERÖFFNUNG
Montag, 13.02.2017, 19 h

Es sprechen:
Oscar Bronner, Herausgeber, Der Standard
Erkki Huhtamo, Medienwissenschaftler, University of California
Rebekka Reuter, Chefkuratorin, WestLicht

Das Fotomuseum WestLicht zeigt erstmals in einer Überblicksausstellung die fotografischen Arbeiten des Schweizer Künstlers und Wahlwieners Alfons Schilling (1934-2013), eine der faszinierendsten Positionen der jüngeren österreichischen Kunstgeschichte. Sein Werk verweigert sich beharrlich allen einfachen Kategorisierungen, seine rebellische Neugier sprengte die Grenzen einzelner Gattungen und Strömungen. Als Student an der Akademie für angewandte Kunst gehörte er Ende der Fünzigerjahre mit Günter Brus zu den Wegbereitern des Wiener Aktionismus, ging aber bald ästhetisch wie geografisch eigene Wege.
Mit seinen Rotationsbildern führte er 1962 bei einem Aufenthalt in Paris die Malerei für sich zu einem Endpunkt. Der rastlose Forschergeist, der ihn noch im selben Jahr weiter nach New York zog, wo er für die folgenden zweieinhalb Jahrzehnte seine Basis hatte, prägt auch seine fotografischen Arbeiten. Sie treiben das Medium weit über die Grenzen der klassischen Fotografie hinaus und erscheinen als missing link zwischen den Bewegungsstudien eines Eadweard Muybridge aus dem 19. Jahrhundert und gegenwärtigen Formen des Cyberspace.
Die Kippbilder seiner Linsenrasterfotografien, die erst durch die BetrachterInnen aktiviert werden, dynamisieren den Blick und verschmelzen mehrere Aufnahmen in einem Bild. Hologramme und Stereofotografien, in der Ausstellung durch entsprechende Sichtgeräte erfahrbar, öffnen die Bildoberfläche zu einem virtuellen Raum. Wer heute mit head-mounted Displays 3-D-Welten bereist, wandelt auf Pfaden, die Schilling schon in den Siebzigerjahren beschritten hat. Die Ausstellung legt den Fokus erstmals auf die erweiterte Fotografie des Visionärs und zeigt sie im Kontext ausgewählter Sehmaschinen, Malerei und filmischer Experimente. Thema seines bahnbrechenden Schaffens ist eine Kritik der Wahrnehmung, die
Entfesselung des Sehens selbst: „It’s not what‘s on the picture – it’s what is behind it.“

Eine Ausstellung des Fotomuseum WestLicht in Kooperation mit dem Nachlass Alfons Schilling, kuratiert von Rebekka Reuter und Fabian Knierim. Begleitend erscheint eine Publikation im Verlag für moderne Kunst mit einem Vorwort von Peter Weibel, Texten von Roland Fischer-Briand, Erkki Huhtamo, Romana Karla Schuler, Andreas Spiegl, Felicitas Thun-Hohenstein und den KuratorInnen, sowie einem beigelegten Stereobetrachter.

PRESSEKONTAKT
Stefan Musil
T +43 (0)676 931 66 65
musil(at)westlicht.com

WestLicht. Schauplatz für Fotografie
Westbahnstraße 40
A-1070 Wien
Tel +43 (0)1 522 66 36 60

www.westlicht.com

BRUCE DAVIDSON

15.06. - 13.08.2017

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Eröffnung 14. Juni, 19 Uhr
in Anwesenheit von Bruce Davidson

In diesem Sommer zeigt WestLicht die erste retrospektive Ausstellung von Bruce Davidson in Österreich. Als führender Vertreter der humanistischen Fotografie und mit knapp sechzig Jahren Mitgliedschaft ist Davidson (*1933) einer der prominentesten Fotografen der Agentur Magnum Photos. Die legendäre Fotografenkooperative, 1947 gegründet von Robert Capa, Henri Cartier‐Bresson, George Rodger und David „Chim“ Seymour, feiert heuer ihren siebzigsten Geburtstag.
Davidson gehört zu den prägendsten Fotografen der Agentur, wie kaum ein anderer hat er mit seinen Reportagen über Subkulturen und marginalisierte Lebenswelten dem Genre die Richtung gewiesen.
Die Ausstellung bietet einen Überblick seines gesamten, mehr als fünf Jahrzehnte umspannenden Schaffens, bis hin zu seinem jüngsten Projekt Nature of Los Angeles. Im Zentrum stehen seine bekanntesten Serien, darunter Brooklyn Gang, East 100th Street und Time of Change: Civil Rights Movement. Davidsons leidenschaftliche Beziehung zur Fotografie begann bereits im Alter von zehn Jahren. Seine Arbeiten sind weniger durch einen bestimmten Stil beeinflusst, vielmehr ist es der persönliche Blick auf die Realität, der sein Werk über das Einzelbild hinaus kennzeichnet und sich in der Wiederholung und Gegenüberstellung von Themen und Charakteren manifestiert. Zu den Menschen in Davidsons Bildern entsteht eine fast intime Beziehung, ermöglicht durch die charismatische Präsenz des Fotografen, dem die Porträtierten vertrauen und Zugang in ihr Leben gewähren, selbst wenn es um kontroverse Themen geht. Davidsons Werk ist so auch ein moralisches Bekenntnis zur rauen Wirklichkeit des Alltags und den prekären Umständen, in denen sich seine Protagonisten bewegen.
Die Ausstellung und ihre Tournee wurden ermöglicht durch die TERRA Foundation for American Art.
Nach Stationen in der Fundación MAPFRE in Barcelona und Madrid ist sie in diesem Sommer in Wien zu sehen, bevor sie ans Nederlands Fotomuseum in Rotterdam und nach Bilbao in die Sala Rekalde weiterzieht.


Bruce Davidson wird bereits am 11. Juni als Ehrengast des von OstLicht und Anzenberger Gallery organisierten ViennaPhotoBookFestival einen Vortrag in der Brotfabrik halten.

PRESSEKONTAKT
Stefan Musil
T +43 (0)676 931 66 65
musil(at)westlicht.com

WestLicht. Schauplatz für Fotografie
Westbahnstraße 40
A‐1070 Wien
Tel +43 (0)1 522 66 36 60

www.westlicht.com