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Unbekannter sowjetischer Fotograf
Juri Alexejewitsch Gagarin vor dem Abflug ins All
Aus einem Album mit 26 Fotografien
Sowjetunion, Tjura Tam (Kasachstan), 12.4.1961
Silbergelatineabzug, montiert auf grünem Karton, 16 x 10,5 cm

Mit seinem legendären Ausspruch „Pojechali!” (Los geht's!) startete der Russe Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall und auf der Erde hielt man den Atem an. Die Russen hatten es geschafft und vorerst den technologischen Wettlauf zwischen Ost und West im All für sich entschieden. Doch den Mond betrat dann 1969 doch ein Amerikaner.

Die Photographie zeigt den jungen Raumfahrer Gagarin bei der Prozedur des Ankleidens vor seinem ersten Raumflug. Der Fotograf hielt eine sehr intime Szene fest – der Kosmonaut noch ohne den charakteristischen Raumanzug in nachdenklicher Haltung. Im Vorfeld des größten Abenteuers, das je ein Mensch vor sich hatte, gab sich Gagarin in der Öffentlichkeit gerne beherzt und optimistisch. Jetzt fühlte er sich offensichtlich unbeobachtet und lässt einen Menschen erkennen, dem die Ungewissheit der bevorstehenden Reise deutlich ins Gesicht geschrieben ist.

Juri Gagarin wurde am 9. März 1934 in Smolensk geboren und nach seiner Ausbildung zum Gießereitechniker im Kadettenschulungszentrum der sowjetischen Luftwaffe in Orenburg bis 1957 zum Piloten ausgebildet. Er wurde für das erste Kosmonauten-Team der Sowjetunion ausgewählt und begann im März 1960 mit dem Training. Wegen seiner besonderen körperlichen und geistigen Belastbarkeit fiel auf ihn die Wahl, als erster Mensch einen bemannten Raumflug zu absolvieren. Am 12. April 1961 hob der 27-jährige Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum ab. Er umkreiste an Bord der Raumkapsel Wostok 1 innerhalb von 108 Minuten einmal die Erde. Auf einer elliptischen Umlaufbahn entfernte er sich dabei bis zu 237 Kilometer von der Erdoberfläche.

Nach seiner Rückkehr wurde er zum Helden der Sowjetunion ernannt und erhielt den Lenin-Orden. Danach war Juri Gagarin einmal noch Ersatzpilot der Sojus 1-Mission im April 1967, flog aber nie mehr ins All. Juri Gagarin kam bei einem Flugzeugabsturz am 27. März 1968 ums Leben. Zusammen mit Oberst Wladimir Serjugin absolvierte er einen Übungsflug. Beide starben in der abgestürzten Maschine, ohne vorher den Schleudersitz betätigt zu haben.

Ulla Fischer-Westhauser, © WestLicht

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