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James E. McClees & Washington L. Germon (akt. 1847–1856)
Porträt eines ca. 2-jährigen Mädchens
USA, Philadelphia, ca. 1850
Daguerreotypie, 1/16 Platte, in ovalem Metallpassepartout mit Gravur „McClees & German, Phila”

Porträtaufnahmen waren die wichtigste Einnahmequelle der meisten Daguerreotypisten; die Forschung geht davon aus, dass sie etwa 90% der Gesamtproduktion ausmachen. Der damaligen Praxis entsprechend, nimmt das Porträt in der Sammlung WestLicht den größten Anteil im Bestand an Daguerreotypien ein.

Kinderporträts stellten an den Daguerreotypisten besondere Herausforderungen. Eine bestand darin, die neugierigen und lebhaften Kinder für die anfänglich lange Dauer der Belichtung ruhig zu halten. Dennoch wurden viele Aufnahmen von Kindern angefertigt und erstaunlich oft sind diese als eigenständige kleine Persönlichkeiten in Einzelporträts dargestellt.

Ein besonders sensibles und kunstfertiges Kinderporträt stellt die vorliegende Sechzehntel-Platte eines kleinen Mädchens im Dreiviertel-Profil mit getupftem Off-the-Shoulder-Kleid dar. Durch gekonnte Beleuchtung des Gesichts und der Schultern des Mädchens sowie eine ungewöhnliche Nahsichtigkeit entstand ein piktorialistisch anmutendes Porträt. Diese Wirkung wird durch die subtile Kolorierung der Wangen und Schultern des Mädchens verstärkt.

Da die Namen der Fotografen in das goldene Metall-Passepartout eingraviert sind, ist die Zuschreibung gesichert, was bei Daguerreotypien nur selten der Fall ist. James E. McClees und Washington Lafayette Germon arbeiteten zwischen 1848 und 1855 zusammen und besaßen ein erfolgreiches Porträtstudio an der Chestnut Street 182 in Philadelphia.

Anna Zimm, © WestLicht

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