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Édouard Baldus, Le Moine, La Ciotat, c. 1861, Albuminabzug, aus dem Album: Chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée, 1861-1863, courtesy Fotosammlung OstLicht, Wien

 

NATURWUNDER UND TERRITORIUM

ÜBER LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE IM 19. JAHRHUNDERT

26.04.2019, 18 UHR


Vortrag von Ulrich Pohlmann
Leiter der Sammlung Fotografie, Münchner Stadtmuseum


Während in der Frühzeit der Fotografie die Landschaft als Sujet nur eine untergeordnete Rolle spielte, änderte sich das ab 1855 grundlegend. Zum einen entdeckten im Gefolge der Maler von Barbizon auch diverse Fotografen wie Gustave Le Gray oder Constant Famin den Wald von Fontainebleau, um dort hunderte von Baum-, Unterholz-, Fels- oder Landschaftsstudien zu realisieren. Diese fanden wiederum Verwendung als Vorlagenstudien für Maler und Zeichner. Durch den Tourismus und die Industrialisierung erlebte das Genre der Landschaftsfotografie eine regelrechte Hochzeit. Neben idyllischen Naturszenarien dokumentierten Fotografen wie Baldus, Watkins oder Böttger auch den Ausbau der Eisenbahn-Streckennetze in Nordamerika und Europa. Diese Bildserien bezeugen neben dem industriellen Fortschritt auch die gewaltigen Veränderungen der Naturlandschaft.
Zum Abschluss behandelt der Vortrag die Nutzung der Fotografie in der Darstellung militärischer Schauplätze, in denen die Wüstungen der Moderne sichtbar werden.

Der Kunsthistoriker Ulrich Pohlmann leitet seit 1991 das Fotomuseum (heute Sammlung Fotografie) im Münchner Stadtmuseum. Er hat zahlreiche thematische und monografische Publikationen und Ausstellungen an Museen in Europa und Nordamerika zur zeitgenössischen Fotografie und zur Historie des Mediums konzipiert und organisiert. Als Gastdozent war er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, an der Züricher Hochschule der Künste und an der LMU in München tätig. Er lebt und arbeitet in München.

Keine Anmeldung erforderlich.